Vermessungslager der 10. Klasse

Vermessungslager der 10. Klasse

Trigonometrie fürs Leben! Schüler vermessen Stausee im Gebirge

Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse der Rudolf-Steiner-Schule Kreuzlingen vermessen auf ihrer Feldmess-Exkursion einen Stausee für die Maggia Kraftwerke AG im Tessin.

Es ist an der Rudolf Steiner Schule Kreuzlingen eine lange Tradition, dass die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse Trigonometrie (Berechnungen mit Winkeln im Dreieck) nicht nur als Rechenaufgabe kennenlernen, sondern auch gleich in einem realen Projekt anwenden. Deshalb machen sich jedes Jahr aufs Neue die Zehntklässler in die Berge auf und vermessen für ein Elektrizitätswerk einen Stausee. Diese Seen verändern sich ständig durch Schwemm-Material und Murabgänge. So haben beide etwas davon: die Jugendlichen lernen auf sinnvolle Weise (wer kennt die Frage nicht: wozu braucht man das?) ihre neu gelernten Formeln anzuwenden und das Elektrizitätswerk weiss wieder genau, wie viel Wasser hinter der Staumauer darauf wartet, Strom zu erzeugen.

Bevor eine Klasse aufbrechen kann, lernt sie in einer so genannten Morgen-Epoche (in Waldorfschulen wird ein Thema jeweils drei bis vier Wochen jeden Tag intensiv behandelt) sowohl die mathematischen als auch die anwendungstechnischen Grundlagen einer Vermessung. Das sind zum einen die Trigonometrie und zum anderen der Umgang mit den Messgeräten. Dann muss das ganze Material, Theodoliten, Schlauchboote, Echolote in den Schulbus verpackt werden und die Reise kann losgehen.

Dieses Jahr waren die acht Zehntklässler der Steinerschule mit ihren Lehr- und Begleitpersonen Alois Heigl, Dorothee Berger, Franziskus Heigl und Dieter Bellmann zwei Septemberwochen in Robiei im Tessin. Nach einer langen Fahrt mit dem Zug und einer kurvigen Postautofahrt bewältigten sie den letzten Abschnitt ihrer Anreise mit der Seilbahn zum 1890 m über dem Meer gelegenen Hotel Robiei.

Gleich am nächsten Morgen ging es los zum Stausee. Die riesige Staumauer beindruckte die Schüler sehr. Freundlicherweise half die zufällig anwesende Polizei mit ihrem Kompressor beim Aufpumpen der Schlauchboote. Nachdem Uferpunkte ausgesteckt und markierte Schnüre über den See gespannt waren, begann die Vermessungsarbeit. Mit dem Theodoliten (Winkelmessgerät) wurden die Punkte zueinander in Beziehung gesetzt und mit den trigonometrischen Formeln die Abstände berechnet. Die Mannschaft des Schlauchbootes lieferte mit dem Echolot das Tiefenrelief dazu. So entstand nach und nach eine genaue Karte und Querschnitte des Stausees, die in hoch präziser Arbeit von Hand gezeichnet wurden.

Für die sechs Schülerinnen und zwei Schüler war dieses Praktikum eine große Herausforderung, der sie sich mit Ausdauer und Hingabe stellten. Die gemeinsame Arbeit und natürlich auch die gemeinsamen Abende werden unvergesslich bleiben. Und Trigonometrie wurde zu einem konkreten Erlebnis mit Nachhaltigkeit!

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