„Ecole verte“ - Schule dort, wo das Leben stattfindet

Wenn immer möglich, sollte „Schule“ sich dort abspielen, wo das Leben stattfindet.

Und der Lehrplan der Waldorfschulen lässt auf allen Stufen viele Türen zur Welt offen.

So ist im September 2009 die 5. Klasse zu einer ganz besonderen Tour aufgebrochen. Auf einer dreitägigen Wanderung rund um den Thurgauer Ottenberg – mit fünf Eseln!

Vor dem Start erfuhren die Kinder eine Menge wichtiger Dinge über das Leben mit den Eseln. Dies war schon bald hilfreich, um nicht wie ein Esel am Berg zu stehen. Anfangs gingen die Kinder noch zaghaft mit den Tieren um, aber die Berührungsängste waren nur von kurzer Dauer.

Doch das Projekt zeigte noch viele andere Facetten des Lernens vor Ort: Die Tierpflege und das Erkunden der (zauberhaften!) Landschaft war das eine, das soziale Miteinander das andere. Immer vier oder fünf Schüler waren für das Wohl eines Tieres verantwortlich. Dazu kam der Auf- und Abbau der Zelte und das Beladen der Tiere unter fachkundiger Anleitung. Auf den Bauernhöfen, die das Weideland und die Zeltplätze zur Verfügung stellten, gab es viel zu erfahren und zu erleben: Die lebendigen Ausführungen über die Bienenzucht im Bienenhaus und das unmittelbare Erleben einer Zwillingsgeburt von zwei Ehringer-Kälbchen auf offener Wiese waren zwei der Höhepunkte, die nur die „école verte“ bieten kann. Und das für 75 Franken pro Kind. Zu Hause wurde das Projekt systematisch ausgewertet. Kurzreferate und plakative Illustrationen entstanden, auch ein eigenes Lied, das die Kinder beim Singen vom Eselwandern träumen ließ, gehörte dazu. Jedes Kind übernahm einen Teil der Präsentation, die vor der gesamten Schüler- und Elternschaft stattfand. Auch das gehört zum Programm: Die Schüler sollen fähig werden, eigene Erfahrungen in Bild und Sprache verdichten zu können und andere Menschen daran teilhaben zu lassen.

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